wettenbets.de

11 Jul 2026

BR-Recherche enthüllt Netzwerk mit 120 illegalen Online-Casinos und hohen Umsätzen

Illustration einer Untersuchung zu illegalen Online-Casinos in Deutschland mit Fokus auf Netzwerke und Behördenreaktionen

Die investigative Reportage des Bayerischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit Investigate Europe deckt ein Netzwerk von rund 120 unzulässigen Online-Casino-Plattformen auf, die sich gezielt an deutsche Nutzer richten, während die Betreiber über Infrastrukturen aus Zypern und Malta agieren; diese Strukturen ermöglichten zwischen 2020 und 2024 Einnahmen von mehr als 600 Millionen Euro aus verbotenen Aktivitäten und verzeichneten allein im Mai 2026 etwa acht Millionen Besuche aus Deutschland laut Web-Analysen.

Struktur und Betreiber des Netzwerks

Soft2Bet mit Sitz in Zypern und Malta fungiert als zentraler Infrastrukturanbieter für die betroffenen Seiten, wobei der Gründer Uri Poliavich in der Berichterstattung genannt wird; die Plattformen operieren ohne die in Deutschland erforderlichen Lizenzen und umgehen damit die Vorgaben der Glücksspielregulierung, was zu anhaltenden Zugriffen durch deutsche Spieler führt und die Skala des illegalen Marktes verdeutlicht.

Web-Analysen bestätigen die hohe Besucherzahl von acht Millionen deutschen Zugriffen im Mai 2026, während die kumulierten Erlöse über den Zeitraum 2020 bis 2024 die Marke von 600 Millionen Euro überschritten haben; diese Zahlen stammen aus der gemeinsamen Recherche und zeigen die wirtschaftliche Dimension der nicht genehmigten Angebote auf.

Aggressive Methoden bei der Kundenbindung

Die Reportage hebt hervor, dass einige der Seiten ehemals gesperrte Konten von Spielern mit Suchtproblemen wieder aktivierten, um weitere Einsätze zu ermöglichen; solche Praktiken stehen im Widerspruch zu den Schutzmechanismen, die in regulierten Märkten gelten, und verstärken die Risiken für betroffene Personen in Deutschland.

Beobachter der Szene weisen darauf hin, dass derartige Taktiken die Reichweite der unzulässigen Plattformen erhöhen und gleichzeitig die Einhaltung von Sperrlisten unterlaufen, was die Aufsichtsbehörden vor zusätzliche Herausforderungen stellt.

Stellungnahmen der Aufsichtsorgane

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) kommentiert die Ergebnisse der Untersuchung und betont die Notwendigkeit verstärkter Kontrollen gegenüber illegalen Angeboten; ebenso äußert sich die Beauftragte der Bundesregierung für Suchtfragen zu den Auswirkungen auf den Spielerschutz und unterstreicht die Bedeutung präventiver Maßnahmen.

Darstellung von Web-Analysen und Besucherzahlen zu illegalen Casino-Seiten mit Fokus auf Deutschland im Jahr 2026

Diese Aussagen erfolgen im Kontext der laufenden Bemühungen um eine striktere Durchsetzung der Lizenzpflicht, wobei die GGL auf bestehende Verfahren zur Sperrung und Verfolgung illegaler Anbieter verweist; die Kombination aus hohen Besucherzahlen und finanziellen Volumina verdeutlicht den Handlungsbedarf für die zuständigen Stellen.

Technische und geographische Aspekte der Infrastruktur

Die Server- und Zahlungsinfrastrukturen liegen überwiegend in Zypern und Malta, was den Betreibern ermöglicht, deutsche Nutzer zu erreichen, ohne eine lokale Lizenz zu besitzen; Web-Tracking-Daten belegen die Intensität der Zugriffe und lassen Rückschlüsse auf die Vermarktungsstrategien zu, die ohne behördliche Genehmigung erfolgen.

Die Zusammenarbeit zwischen BR und Investigate Europe nutzte öffentlich verfügbare Analysetools sowie weitere Quellen, um die Verbindungen zwischen den 120 Plattformen und dem zentralen Anbieter nachzuzeichnen; dadurch entsteht ein detailliertes Bild der grenzüberschreitenden Aktivitäten, die sich auf den deutschen Markt konzentrieren.

Rechtliche Rahmenbedingungen und aktuelle Entwicklungen

Das deutsche Glücksspielrecht schreibt vor, dass Online-Casinos eine Erlaubnis der GGL benötigen, um legal operieren zu können; die in der Recherche beschriebenen Plattformen erfüllen diese Voraussetzung nicht und fallen damit unter die Kategorie der illegalen Angebote, gegen die sowohl zivil- als auch strafrechtliche Schritte möglich sind.

Im Juli 2026 setzen die Behörden die Überwachung solcher Netzwerke fort, wobei die veröffentlichten Zahlen als Grundlage für weitere Ermittlungen dienen; die acht Millionen Besuche im Mai 2026 illustrieren die anhaltende Nachfrage und die Schwierigkeiten bei der vollständigen Unterbindung.

Fazit

Die BR-Recherche mit Investigate Europe liefert konkrete Daten zu einem Netzwerk illegaler Online-Casinos, zu den beteiligten Infrastrukturanbietern sowie zu den finanziellen und nutzerbezogenen Ausmaßen der Aktivitäten; die Stellungnahmen der GGL und der Bundesbeauftragten für Suchtfragen ergänzen die Faktenlage und verdeutlichen die regulatorischen Herausforderungen im deutschen Markt.